Urgent Action Iran: Fachärztliche Behandlung verweigert



Der iranisch-kurdischen Gefangenen Zeynab Jalalian wird von den Behörden vorsätzlich der Zugang zu fachärztlicher Behandlung verweigert, obwohl sich ihr Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert. Das kommt der Folter gleich. Zeynab Jalalian wird im Gefängnis von Choy in der Provinz West-Aserbaidschan festgehalten. Sie hat mehrere Erkrankungen, darunter eine Herzkrankheit und eine schwerwiegende Zahninfektion.



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Die schwerkranke iranisch-kurdische Gefangene Zeynab Jalalian verbüsst nach einem grob unfairen Verfahren eine lebenslange Haftstrafe im Gefängnis von Khoy in der Provinz West-Aserbaidschan, wo ihr eine dringend benötigte Zahnbehandlung verweigert wird. Das medizinische Personal hält eine Überstellung in eine Dentalklinik ausserhalb des Gefängnisses für erforderlich, um sie einer zahnärztlichen Behandlung zu unterziehen. Zeynab Jalalian leidet seit drei Monaten an einer schweren Infektion ihrer Zähne. Die Behörden verweigern ihr jedoch die Überstellung in ein Krankenhaus ausserhalb des Gefängnisses und führen «Sicherheitsgründe» als Rechtfertigung auf.

Zeynab Jalalian leidet zudem an Herz-, Darm- und Nierenproblemen sowie an einer Pilzinfektion im Mund, die zu schmerzhaften weissen Beulen auf ihrer Zunge geführt hat. Dadurch kann sie kaum essen und schlucken. Zeynab Jalalian läuft ausserdem Gefahr, im Gefängnis ihr Augenlicht zu verlieren, weil ihr die Operation verweigert wird, die sie dringend aufgrund einer sich verschlimmernden Augenerkrankung benötigt. Sie leidet an einem schweren Fall von Pterygium (Bindehautwucherung), wodurch ihre Sehfähigkeit eingeschränkt ist. Ihre rechte Körperhälfte ist taub. Die Ursache ist nicht bekannt, da keinerlei diagnostische Tests durchgeführt wurden. Zudem steigt ihr Blutdruck immer wieder unkontrolliert an und fällt ab. Der Gefängnisarzt erklärt das mit dem Stress und psychologischen Druck, dem sie ausgesetzt ist. Sie hat die Gefängnisbehörden in den vergangenen zwei Jahren wiederholt aufgefordert, sie in ein Krankenhaus ausserhalb des Gefängnisses zu verlegen, um die genannten Erkrankungen diagnostizieren und fachärztlich behandeln zu lassen. Die Behörden haben ihre Bitten jedoch entweder rundweg abgelehnt oder unter der Bedingung akzeptiert, dass sie vor laufender Kamera «Geständnisse» ablegt. Seit März 2017 verweigert sie jegliche Medikamente. Sie protestiert damit gegen die Weigerung der Behörden, ihr eine angemessene medizinische Versorgung zu gewähren. Nach einem Treffen mit der Leitung des Khoy-Gefängnisses Anfang Juni 2018 machte sie eine Ankündigung: Sollten die Behörden ihr weiterhin den Zugang zu einem Zahnarzt verweigern, würde sie ihren Protest ausweiten. Sie liess offen, zu welchen Massnahmen sie in diesem Fall greifen werde.

Am 11. Juni schrieb Zeynab Jalalian in einem Brief aus dem Gefängnis: «Ich werde gezwungen, unglaubliche Schmerzen auszuhalten... Als politische Gefangene habe ich keine Rechte... Die Behörden erlauben mir nicht, einen Arzt zu sehen, aber die Medien haben sie angelogen und behauptet, ich wäre ärztlich behandelt worden.»

Hintergrundinformationen

Bitte schreiben Sie E-Mails, Faxe oder Luftpostbriefe mit folgenden Forderungen:


  • Ich bitte Sie, Zeynab Jalalian sofort die fachärztliche Behandlung ausserhalb des Gefängnisses zu gewähren, die sie benötigt. Dazu gehört auch die erforderliche Augenoperation. Schützen Sie sie bitte zudem vor Folter und anderweitiger Misshandlung, wozu auch die Verweigerung einer angemessenen medizinischen Behandlung gehört.
  • Bitte kommen Sie den Forderungen der UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen nach und lassen Sie Zeynab Jalalian sofort frei und gewähren Sie ihr ein einklagbares Recht auf Entschädigung.
  • Ordnen Sie unverzüglich eine unabhängige und unparteiische Untersuchung zu den von Zeynab Jalalian erhobenen Vorwürfen über Folter und anderweitige Misshandlung an. Stellen Sie alle Verantwortlichen, einschliesslich solcher mit übergeordneter Verantwortung, in fairen Verfahren vor Gericht, in denen nicht auf die Todesstrafe zurückgegriffen werden kann.

Appelle an


Generalstaatsanwalt
Mohammad Jafar Montazeri
Office of the Prosecutor General of Iran
Khayyam Street (opposite Behesht Street)
Tehran
Iran

E-Mail: info@dadsetani.ir
(korrekte Anrede: Dear Prosecutor General)

Oberste Justizautorität
Ayatollah Sadegh Larijani
Number 4, Deadend of 1 Azizi
Above Pastour Intersection Vali Asr Street
Tehran
Iran

(korrekte Anrede: Your Excellency)

Kopien an


Ständiger Vertreter des Iran bei den UN in Genf
Mohsen Naziri Asl

Chemin du Petit-Saconnex 28

1209 Geneva

Anrede: Your Excellency


Botschaft der Islamischen Republik Iran
Thunstrasse 68
3006 Bern

Fax: 031 351 56 52
E-mail: secretariat@iranembassy.ch

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Persisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. Juli 2018 keine Appelle mehr zu verschicken.